
Christian Swoboda im KIR-Interview
Und über allem steht meine Lust zu spielen!
Hallo Herr Swoboda, gleich mal vorweg: Wie beschreiben Sie sich selbst?
Christian Swoboda: Vielseitig und total gegensätzlich! So interessiere ich mich für viele Musikrichtungen, für Kunst, Technik, Kultur, Traditionen, habe ein handwerkliches Geschick und lache gerne und viel. Aber ich bin auch jemand, der sich selbst zurücknimmt und lieber beobachtet. Diese Studie am Menschen ist für mich ein wichtiger Part meiner Arbeit, um in viele unterschiedliche Rollen schlüpfen zu können. Wobei ich meistens für schrille oder stille Charaktere eingesetzt werde. Bei meiner Ausbildung, wie an der Neuen Münchner Schauspielschule, hatte ich großartige Lehrer und Dozenten. Denn die Lust zu spielen steht bei mir über allem – auf der Bühne oder vor der Kamera, wie zuletzt in der BR-Serie „Dahoam is Dahoam“. Ansonsten bin ich bodenständig, geerdet, beschäftige mich mit Feng Shui und glaube fest an die Zusammenhänge und den Kreislauf der Natur.
Was bedeutet München für Sie?
Christian Swoboda: Eine Stadt mit Herz, ganz vielen Ecken und Winkeln und vor allem jede Menge Kraftorten, wie auf dem höheren der beiden Türme der Frauenkirche. Da kann man sich energetisch aufladen, das ist wie ein Energy-Drink auf natürliche Weise. Gartenkünstler und Erbauer Friedrich Ludwig von Sckell hat sich schon Anfang des 18. Jahrhunderts etwas dabei gedacht: Der ganze Englische Garten ist quasi ein Freiluftsakralbau, das spürt man auf dem Monopteros und auf einigen Brücken. Auch ein Spaziergang im Nymphenburger Schlossgarten gleicht einer Woche Urlaub!
„Mein Leben ist so bunt wie meine Anzüge“
Ihr Markenzeichen sind farbige Anzüge à la Brad Pitt. Wie kam es dazu?
Christian Swoboda (lacht): Danke! Bei mir war es aber so: Als wir 2023 die Kinotour für das Drama „Hundswut“ von Daniel Alvarenga starteten, in dem ich eine der acht Hauptrollen – unter anderem neben Christine Neubauer und Christian Tramitz – spielen durfte, und wir darüber sprachen, was wir anziehen, lehnte ich mich ein bisserl zu weit aus dem Fenster und versprach, bei jeder Vorführung ein anderes, ungewöhnliches Outfit zu tragen. Keiner hatte mit dem Erfolg gerechnet und dass wir letztendlich in mehr als 40 Kinos in ganz Bayern waren! So kam ich gar nicht mehr nach, mir Ensembles zu bestellen – gemustert, knallrot, grün oder blau-gold. Den meisten hat es gut gefallen, und ich habe es beibehalten.
Was machen Sie momentan?
Christian Swoboda: Mich auf neue Projekte vorbereiten, wandern, Ausflüge mit meinen Neffen unternehmen, kurzum: diese Jahreszeit mit allen Facetten genießen und mich auf die Christkindlmärkte in München freuen. Mein Leben ist so bunt wie meine Anzüge, und es geht zum Glück beruflich immer weiter – dafür bin ich mehr als dankbar.
Daniela Schwan